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Gaza: die Fakten ·

„Willkommen in der Hölle“: Palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen

Tausende Palästinenser aus Gaza und dem Westjordanland sind seit Oktober 2023 ohne Anklage inhaftiert. Israelische Menschenrechtsgruppen haben Folter und Dutzende Todesfälle in Haft dokumentiert.

Der Eingang des Ofer-Gefängnisses bei Ramallah
Foto: יורם שורק · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Ein Netz von Lagern

Im August 2024 veröffentlichte die israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem den Bericht „Willkommen in der Hölle“, gestützt auf die Aussagen von 55 seit Oktober 2023 inhaftierten Palästinensern, die meisten ohne Anklage oder Prozess. Sie schilderten Schläge, sexuelle Gewalt, Hunger, Stresspositionen und verweigerte medizinische Versorgung. B’Tselem kam zu dem Schluss, dass Israels Gefängnisse zu einem Netz von Folterlagern geworden sind.

Tod in Haft

Der Bericht führte 60 Palästinenser auf, die seit Kriegsbeginn in israelischer Haft starben: 48 aus Gaza in Einrichtungen der Armee und 12 im Gewahrsam der israelischen Gefängnisbehörde. Unter den Toten war Dr. Adnan al-Bursh, Leiter der Orthopädie des al-Schifa-Krankenhauses, der im April 2024 im Ofer-Gefängnis starb.

Sde Teiman

Das Armeelager Sde Teiman im Negev wurde zum Symbol der Misshandlungen. Im Juli 2024 wurden dort Soldaten wegen schwerer Misshandlung eines palästinensischen Häftlings festgenommen. Die Direktorin von B’Tselem nannte das Lager „nur die Spitze des Eisbergs“.

Ein Arzt in Haft ohne Anklage

Am 27. Dezember 2024 stürmten israelische Streitkräfte das Kamal-Adwan-Krankenhaus im Norden Gazas und nahmen dessen Direktor fest, den Kinderarzt Dr. Hussam Abu Safiya. Laut Amnesty International wird er ohne Anklage oder Prozess auf Grundlage immer wieder verlängerter Anordnungen festgehalten; die Organisation fordert seine Freilassung.

NAZA sehen

„Naza“ ist israelischer Militärjargon für Kollateralschaden: die Zahl der Zivilisten, die ein Offizier bei einem Angriff töten darf. In dieser Dokumentation erklären 24 israelische Geheimdienstoffiziere und Soldaten, viele aus den angesehensten Einheiten der Armee, wie diese Zahl in Gaza festgelegt, genehmigt und überschritten wurde. Ihre Gesichter und Stimmen sind verfremdet.

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