Gaza: die Fakten ·
Die Hilfsstellen, die zu Tötungsfeldern wurden
Nach einer elfwöchigen Totalblockade wurde die Lebensmittelverteilung in Gaza einer neuen, von Israel und den USA unterstützten Stiftung übertragen. In zwei Monaten wurden mehr als 1.300 Palästinenser getötet, als sie Essen holen wollten.
Die Blockade
Vom 2. März bis 19. Mai 2025 ließ Israel keinerlei Lebensmittel, Medikamente oder Treibstoff nach Gaza. Als wieder Lebensmittel hereingelassen wurden, übernahm die neu gegründete, von Israel und den USA unterstützte Gaza Humanitarian Foundation die Verteilung und ersetzte Hunderte UN-Verteilpunkte durch eine Handvoll Stellen in militarisierten Zonen.
„Orchestriertes Töten“
Hungernde Menschen mussten stundenlang durch Militärgebiete laufen, um die Stellen zu erreichen. Das UN-Menschenrechtsbüro verzeichnete zwischen dem 27. Mai und dem 31. Juli 2025 1.373 Palästinenser, die bei der Suche nach Essen getötet wurden, 859 davon in der Nähe der Stellen der Stiftung. Ärzte ohne Grenzen erklärte: „Das ist keine Hilfe. Das ist orchestriertes Töten.“
In den Worten der Soldaten
Im Juni 2025 veröffentlichte die israelische Zeitung Haaretz Aussagen von Soldaten, die angaben, sie hätten den Befehl erhalten, auf unbewaffnete Menschenmengen nahe den Stellen zu schießen, um sie auseinanderzutreiben. Einer nannte das Gebiet „ein Tötungsfeld“.
NAZA sehen
„Naza“ ist israelischer Militärjargon für Kollateralschaden: die Zahl der Zivilisten, die ein Offizier bei einem Angriff töten darf. In dieser Dokumentation erklären 24 israelische Geheimdienstoffiziere und Soldaten, viele aus den angesehensten Einheiten der Armee, wie diese Zahl in Gaza festgelegt, genehmigt und überschritten wurde. Ihre Gesichter und Stimmen sind verfremdet.
Jetzt im Kino und nach der Kinoauswertung weltweit kostenlos auf theguardian.com.